Ich dachte lange, Empath sein bedeutet, ein super verständnisvoller, liebevoller Mensch zu sein, der immer genau weiß, was andere brauchen. Die Realität? Es ist eher wie eine Dauerkarte für einen Freizeitpark - mit Höhen und Tiefen und ungewollten Gratisfahrten im Overthinking-Karusell. Hier ein paar harte, aber witzige Wahrheiten, die ich als Empath gelernt habe:

Pokerface? Nicht in diesem Leben.
Jemand betritt den Raum, und mein Gesicht macht sofort: „Oh, wow, du hattest eine harte Zeit, nicht wahr?“ Noch bevor ein Wort fällt, analysiert mein Gehirn Körperhaltung, Tonlage und die emotionale Großwetterlage. Ergebnis? Meine Mimik verrät mich IMMER. Ich könnte in Vegas nicht mal beim Mau-Mau gewinnen.
„Wie geht´s dir?“ ist für mich keine Floskel.
Wenn ich das frage, dann will ich es auch wirklich wissen. Und wenn du „Gut“ sagst, aber dein Blick sagt, „Ich bin kurz davor, mein Leben zu hinterfragen“, dann weiß ich: Wir sind noch nicht fertig mit diesem Gespräch.
Fremde erzählen mir ihre Lebensgeschichte - ungefragt.
Ich stehe vor dem Klo in der Schlange und warte bis ich dran bin - zack - stellt sich jemand neben mich und erzählt mir von seiner Scheidung, dem schlimmen Chef oder warum er heimlich seine Katze für seine Therapeutin hält. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwo auf meiner Stirn muss unsichtbar stehen „Kostenlose emotionale Erstberatung - immer geöffnet“.
Streit fühlt sich an wie eine Naturkatastrophe
Andere Menschen streiten, sagen sich ein paar Dinge, gehen nach Hause und schlafen friedlich.
Ich? Ich spiele den Streit noch drei Tage lang in meinem Kopf durch, in mindestens fünf alternativen Versionen, mit besseren Argumenten und mehr diplomatischem Feingefühl. Und natürlich überlege ich, ob ich den anderen verletzt habe, auch wenn DER ANDERE mich eigentlich angegriffen hat. Mein Kopf ist basically ein emotionales Marvel-Multiuniversum.
Ich kann deine Gefühle lesen - aber über meine eigenen zu reden? PUH.
Ironie des Lebens: Ich spüre, wenn du traurig bist, auch wenn du grinst. Ich weiß, wann du überfordert bist, bevor du es selbst merkst. Aber wenn mich jemand fragt, wie es mir geht? Tja, dann bich plötzlich ein schlecht programmiertes Windows-Update: „Bitte warten… Verarbeitung läuft…“
Ich liebe tief - aber ich brauche Ruhe von Menschen
Ja, ich bin für dich da. Ja ich fühle alles mit. Aber nach einer intensiven sozialen Interaktion brauche ich einen Rückzug. Kuscheldecke, absolute Stille und null „Kannst du mal kurz helfen?“-Menschen. Denn empathische Akkus laden sich nicht von selbst - und meine Energie ist kein All-you-can-eat-Buffet.
Mein Bauchgefühl ist Sherlock Holmes
Ich kann in Sekundenbruchteilen spüren, ob mir jemand gut tut oder nicht. Und wenn mein Instinkt sagt: „Nope, hier stimmt was nicht“ - dann stimmt da auch was nicht. Meine Energiedetektoren täuschen sich nie. (Blöd nur, dass ich das früher trotzdem ignoriert habe.)
Fazit?
Empath sein ist ein wilder Ritt zwischen Superkraft und Selbstvernichtung. Zwischen „Ich verstehe dich“ und „Warum versteht mich keiner?“
Aber wenn ich eines gelernt habe, dann das: Meine Energie ist wertvoll - und nicht jeder verdient sie.
Kommentar hinzufügen
Kommentare